Ein Stück Sommer im Heustall: Unser Heu für die Schafe und Ziegen

Ein Stück Sommer im Heustall: Unser Heu für die Schafe und Ziegen

Was auf unseren Wiesen im Sommer wächst, wird im Winter zum Futter für unsere Tiere. Auf Gut Karlshöhe machen wir einen Teil des Heus für unsere Schafe und Ziegen selbst. So entsteht ein kleiner landwirtschaftlicher Kreislauf direkt vor Ort – von der Wiese bis in den Futtertrog.

Was steckt eigentlich in Gras?

Für Schafe und Ziegen ist Gras ein echtes Kraftpaket. Beide sind Wiederkäuer und haben ein Verdauungssystem, das darauf spezialisiert ist, pflanzliche Nahrung besonders gut zu verwerten.

Gras liefert ihnen vor allem Faserstoffe, die für eine gesunde Verdauung und die Arbeit des Pansens wichtig sind. Dazu kommen Eiweiß und Energie sowie verschiedene Mineralstoffe und Vitamine. Welche Nährstoffe und wie viel davon im Gras stecken, hängt unter anderem von den Pflanzenarten, dem Reifegrad und dem Zeitpunkt der Ernte ab.

Das macht auch den richtigen Zeitpunkt für die Heuernte so wichtig: Das Gras sollte einerseits genügend Nährstoffe enthalten, andererseits muss es sich gut zu hochwertigem Heu verarbeiten lassen.

Von der Wiese zum Heuballen

Wenn das Gras auf unseren Wiesen seinen passenden Reifegrad erreicht hat, wird es gemäht. Anschließend bleibt es auf der Wiese liegen und trocknet. Sonne, Wind und Wetter helfen dabei, das Wasser aus den Pflanzen zu bekommen.

Erst wenn das Gras ausreichend trocken ist, wird es eingefahren und eingelagert. Denn zu feuchtes Heu kann sich erwärmen, verderben oder sogar schimmeln. Eine sorgfältige Trocknung und trockene Lagerung sind deshalb entscheidend für die Qualität.

Nach der Ernte heißt es: warten

Und auch nach dem Einlagern ist das Heu noch nicht sofort bereit für unsere Schafe. Es muss zunächst etwa sechs Wochen lagern und nachreifen, bevor wir es verfüttern.

In dieser Zeit stabilisiert sich das Heu und verändert sich noch. Diese Ruhezeit ist wichtig, damit es für unsere Tiere gut verträglich ist. Erst danach wird aus der Sommerernte das fertige Winterfutter.

Ein Vorrat für den Winter

Natürlich reicht das Heu, das wir auf Gut Karlshöhe selbst gewinnen, nicht für den gesamten Jahresbedarf unserer Schafe und Ziegen. Einen Teil des Futters beziehen wir zusätzlich von außerhalb.

Trotzdem ist die eigene Heuernte etwas Besonderes: Wir können einen Teil des Futters direkt auf unseren eigenen Wiesen erzeugen, ernten und später wieder an unsere Tiere verfüttern.

So wird aus einer Wiese mehr als nur eine grüne Fläche. Sie liefert Nahrung, bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen und ist gleichzeitig Teil unseres landwirtschaftlichen Kreislaufs.

Und wenn im Winter der erste Heuballen geöffnet wird, kommt ein bisschen Sommer zurück: der Duft getrockneter Wiesen, eingefangen und aufbewahrt für die kalte Jahreszeit. 🌾🐑🐐