Zu Gast auf Gut Karlshöhe: Austausch über Bildung für nachhaltige Entwicklung

Zu Gast auf Gut Karlshöhe: Austausch über Bildung für nachhaltige Entwicklung

Wie lassen sich Klimaschutz und Nachhaltigkeit in die berufliche Bildung und das lebenslange Lernen integrieren? Wie können unterschiedliche Zielgruppen erreicht und Nachhaltigkeit ganz praktisch vermittelt werden?

Mit diesen und weiteren Fragen kam eine Delegation des Beijing Vocational College of Agriculture nach Hamburg und besuchte auch Gut Karlshöhe.

Die Delegation interessierte sich insbesondere dafür, wie Gut Karlshöhe als außerschulischer Bildungsort funktioniert, welche Bildungsangebote die Hamburger Klimaschutzstiftung entwickelt und wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der praktischen Bildungsarbeit miteinander verbunden werden.

Eine Stunde für viele Fragen

Für den Besuch auf Gut Karlshöhe blieb nur knapp eine Stunde, bevor die Delegation bereits zum nächsten Termin weiterreisen musste. Die kurze Zeit wurde deshalb intensiv genutzt: Bei einer Führung über das Gelände ging es durch verschiedene Bereiche von Gut Karlshöhe und um die Frage, wie aus einem besonderen Ort ein lebendiger Lern- und Erfahrungsraum wird.

Dabei konnten wir unsere Arbeit vorstellen, von den Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche bis zu Angeboten für Erwachsene und Familien. Auch die Verbindung von Bildung für nachhaltige Entwicklung mit dem alltäglichen Betrieb des Geländes war Thema: Tiere, Garten, Energie, Ernährung, Natur und Klimaschutz sind auf Gut Karlshöhe nicht voneinander getrennte Themen, sondern werden möglichst unmittelbar erfahrbar.

Viele Fragen der Delegation drehten sich darum, wie solche Lerngelegenheiten gestaltet werden können und wie unterschiedliche Menschen für Nachhaltigkeitsthemen erreicht werden.

Begleitet wurde die Gruppe von einem Dolmetscher. Das hat den Austausch deutlich erleichtert und ermöglichte trotz des knappen Zeitfensters viele direkte Gespräche und Nachfragen.

Landwirtschaftliche Bildung trifft Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das Beijing Vocational College of Agriculture (BVCA) ist eine staatliche landwirtschaftliche Berufshochschule in Peking. Die Hochschule wurde 1958 gegründet und ist heute auf verschiedene Bereiche der landwirtschaftlichen und beruflichen Bildung spezialisiert – unter anderem Gartenbau und Landschaftsgestaltung, Tierwissenschaften und Veterinärwesen, Lebensmittel- und Biotechnologie sowie intelligente Agrartechnik. Nach eigenen Angaben studieren dort rund 9.600 Menschen.

Auch Weiterbildung und der Austausch mit Praxis und Gesellschaft spielen eine wichtige Rolle. Das College arbeitet international mit zahlreichen Bildungseinrichtungen zusammen und bietet unter anderem fachlichen Austausch, Forschungskooperationen und internationale Praxis- und Austauschprogramme an.

Damit gab es einige spannende Schnittstellen zu Gut Karlshöhe: Beide Orte verbinden Bildung mit praktischer Erfahrung und beschäftigen sich mit Fragen rund um Landwirtschaft, Natur, Nachhaltigkeit und die Entwicklung zukunftsfähiger Kompetenzen.

Wie grün es hier ist!“

Neben den vielen fachlichen Fragen gab es während des Rundgangs immer wieder spontane Reaktionen auf das Gelände. Besonders beeindruckt zeigte sich die Delegation von der grünen und naturnahen Umgebung von Gut Karlshöhe. Mehrfach wurde hervorgehoben, wie grün das Gelände sei.

Für uns ist genau das ein wichtiger Teil des Bildungsansatzes: Nachhaltigkeit lässt sich nicht nur erklären. Sie lässt sich erleben.

Zwischen Streuobstwiesen, Tieren, Gärten und Energieprojekten können Besucher:innen Zusammenhänge unmittelbar entdecken und ausprobieren. Gut Karlshöhe verbindet dafür Bildungsarbeit mit einem realen Ort, an dem nachhaltiges Handeln sichtbar und erfahrbar wird.

Austausch über Grenzen hinweg

Der Besuch war kurz, aber intensiv – und hat gezeigt, wie wertvoll der internationale Austausch über Bildung für nachhaltige Entwicklung sein kann. Die Fragen und Perspektiven der Delegation haben auch uns neue Denkanstöße gegeben.

Zum Abschied wurden wir herzlich eingeladen, die Delegation bei einer zukünftigen Reise nach China zu besuchen.

Vielleicht führt der nächste Austausch also nicht über das Gutsgelände in Hamburg, sondern durch eine Bildungs- oder Landwirtschaftseinrichtung in Peking.

Wir bedanken uns für den interessanten Besuch, die vielen Fragen und die herzliche Einladung – und freuen uns, wenn aus dem ersten Kennenlernen weitere Verbindungen und ein längerfristiger Austausch entstehen.